Falsch befüllte Biotonne, zu schweres Gartenabfall-Bündel, illegaler Müll am Wegesrand: Im Bodenseekreis gehört das zum Alltag des Abfallwirtschaftsamts.
Täglich kontrollieren die Müllwerker an vielen Standorten im Landkreis, ob Abfälle korrekt bereitgestellt werden – und müssen dabei in Sekunden entscheiden, was zu dokumentieren ist.

Schnell erfassen, eindeutig dokumentieren

Für Timo Boss, Qualitätsmanager im Abfallwirtschaftsamt, steht dabei eines im Vordergrund: „Die Müllwerker müssen vor Ort – quasi direkt an der Tonne – Situationen schnell erfassen und eindeutig dokumentieren. Aber auch zu späteren Zeitpunkten benötigen wir nachvollziehbare Informationen.“ Seit 2026 ist das kein Problem mehr: Das Amt hat seine Müllwerker mit NetwakeVision ausgestattet. Über die eigene Erfassungsmaske „POI Abfall“ dokumentieren die Kolleginnen und Kollegen Beanstandungen direkt am Fundort – Fotos, Kommentare und der genaue Standort werden automatisch erfasst. Und dank der Echtzeit-Kommunikation mit dem Verwaltungsbüro können unklare Fälle sofort besprochen und entschieden werden, ohne Umwege.

Von der Biotonne bis zum wilden Müll

Der Alltag liefert die Fälle: Störstoffe in der Biotonne – etwa Kunststoffe oder nicht zugelassene Tüten – werden fotografiert und mit Standort gespeichert; bei schweren Verstößen folgt die „Rote Karte“, die Tonne bleibt stehen. Bei Sperrmüll wird eindeutig festgehalten, ob Abfälle mitgenommen, zurückgewiesen oder noch geprüft werden müssen. Auch Gartenabfälle, Restmüllbehälter mit Überfüllung oder fehlender Behältermarke und illegaler Müll lassen sich mit Foto, exakter Standortangabe und kurzer Beschreibung erfassen – die integrierte Navigation hilft, Fundorte später wiederzufinden.

Der Blick nach draußen

Im Büro landen alle vor Ort erfassten Daten in Echtzeit. Sachbearbeiter können sie direkt einsehen – und Beschwerden oder Reklamationen neutral bewerten. „NetwakeVision erlaubt uns den Blick nach draußen. Mit Heat-Maps sehen wir, in welchen Gebieten eine intensivere Öffentlichkeitsarbeit nötig ist“, so Timo Boss.

Was kommt als Nächstes?

Die Erfahrungen im Bodenseekreis zeigen, wie viel digitale Datenerfassung in der Abfallwirtschaft bewegen kann – mehr Transparenz, mehr Effizienz, bessere Kommunikation. Und das Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft: Mittelfristig soll „POI Abfall“ als Vorlage für weitere Landkreise weiterentwickelt werden, und auch automatische Benachrichtigungen an das Büro bei unklaren Situationen stehen auf dem Plan. Die Müllwerker jedenfalls sind begeistert – und das ist für ein digitales Werkzeug das beste Lob.

Interessiert an digitaler Abfallkontrolle in Ihrer Kommune? Sprechen Sie uns gerne an.

Bildquellen: Landratsamt Bodenseekreis

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